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Spenden an die Tafel, eine Aktion im Supermarkt

Vor ein paar Tagen war ich in einem Supermarkt einkaufen. Ich bemerkte einen ziemlich großen Aufsteller im Eingangs bzw. Kassenbereich, daneben standen Körbe mit durchsichtigen Plastiktüten, die mit diversen Lebensmitteln der Eigenmarke befüllt waren. Beim hereinkommen hatte ich ihn bemerkt, doch mich nicht weiter damit befasst, es schien ein Angebot zu sein ( Weil ich selbst eine ausgeprägte Lebensmittelallergie habe, habe ich es mir nicht weiter angesehen da ich keine Verwendung dafür gehabt hätte). An der Kasse viel mir der Aufsteller wieder auf: Er besagte, dass diese Tüten der ansässigen Tafel gespendet werden würden, sollten sie diese mitgenommen und an der Kasse bezahlt werden. (5 &euro Dort gab es wiederum einen Korb, in den diese Tüten dann gestellt werden sollten. Klingt nach einem guten Konzept, oder? Gutes tun, nebenbei ohne größeren Aufwand betreiben zu müssen. Es hat mich wirklich eine ganze Weile beschäftigt. Um aber eine Struktur hinein zu bekommen möchte ich meine Gedankengänge vorher kurz unterteilen (sonst wird es zu unübersichtlich) in A. Überlegungen, die mich persönlich betreffen. B. Überlegungen die unsere Gesellschaft betreffen und C. Überlegungen die den Konzern betreffen.




A.)


Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich eine ausgeprägte Nahrungsmittelallergie. Das heißt, dass ich meistens doppelt, wenn nicht sogar dreimal so viel Geld für Lebensmittel ausgeben muss, als der Durchschnitt. (zum Vergleich: eine Packung Weizentoastbrot kosten ca. 0,80 € pro Pack, eine Packung mit Gluten-,Ei,-Soja- und Milch freien Toastbrötchen (meistens 3-4 St.) kosten ca. 2,95 € pro Packung) Mir kam der Gedanke: „Was mache ich denn, wenn ich jemals Sozialhilfeempfänger werde und mir das Essen nicht mehr leisten kann? Muss ich dann hungern?“ Als Studentin habe ich auch nicht wirklich viel Geld übrig, doch mit Nebenjobs und der Unterstützung der Eltern komme ich ganz gut um die Runden, also muss nicht hungern. Ich habe allerdings auch nicht wirklich Geld zu verschenken. Ich sehe diese Sache etwas zwiegespalten. Einerseits hätte ich gerne auch geholfen, andererseits dachte ich: „Müssen es gleich 5 € sein?“ Zuhause reflektierte ich die Situation nochmal. Ich merkte, dass ich selbst oft zu viel einkaufe und deshalb leider das eine oder andere Lebensmittel in der Mülltonne landet. Ich werde versuchen weniger einzukaufen. Nur was ich wirklich brauche. Doch gelingt das nicht immer, deshalb kam mir der Gedanke meine „überschüssigen“ Lebensmittel selbst zur Tafel zu bringen. Warum auch nicht? Dann muss ich sie nicht weg werfen (was auch echt ein Unding ist, wenn man es so betrachtet) und jemand anderes hat etwas zu essen.


Hier möchte ich mit Teil B.) beginnen:


Die Einrichtungen der „Tafel“ ist eine gute Sache, die viel mehr gefördert und unterstützt werden sollte. Im absoluten Idealfall sollte sie gar nicht notwendig sein, doch das ist utopisch. Umso mehr sollte man über seinen eigenen Lebensmittelkonsum nachdenken. Warum hat bisher noch kein Lebensmittelladen daran gedacht einen festen Spendenkorb aufzustellen? Geht man in einen Tierfutterladen gibt es immer Spendenboxen für bestimmte Hilfsorganisationen. (Jetzt greife ich C.) etwas vor) Doch wenn man bedenkt, dass einige Supermärkte ihre Lebensmittel lieber in den Müll werfen anstatt an bedürftige, Kinderheime oder andere Einrichtungen etc. zu verteilen liegt es nahe, dass es solche Boxen nicht gibt. Ist das nicht eine traurige Entwicklung? Einige Konzerne schließen ihre Mülltonnen sogar ab, damit niemand die noch genießbaren Lebensmittel wieder herausholen kann. Tut man es doch und wird erwischt kann es sein, dass man wegen Ladendiebstahl verhaftet wird. Sogar Mitarbeiter werden gekündigt, wenn sie die Lebensmittel anstatt weg zu werfen mit nach Hause nehmen. (Nicht nur der Einzelhandel) Glücklicherweise gibt es auch andere, positive Beispiele in der bestimmte Konzerne die übrigen Lebensmittel regelmäßig an Tafeln verschenken.

Womit ich bei Punkt C.)angekommen bin.

Ich habe es mir nicht ausgerechnet, ob 5 € mit dem tatsächlichen Warenwert der Lebensmittel übereinstimmt, davon gehe ich aus. Mit dieser Annahme finde ich,dass es eine gute Aktion ist. Wer kennt das nicht, im Alltagsstress gehen solche Überlegungen schnell verloren. Wer hat da noch Zeit oder Muße seine Lebensmittel zur Tafel zu bringen? So eine Aktion kann das Thema der Alltagsarmut den Menschen etwas ins Bewusstsein rücken. Aus Konzernsicht ist es natürlich eine Werbestrategie, dennoch finde ich es unterstützenswert. Ich persönlich würde es bevorzugen die Lebensmittel, die ich spenden möchte selbst aus zu suchen. So entginge ich zum einen dem nachrechnen, ob ich am Ende nicht mehr für die Lebensmittel zahle und zum anderen könnte ich mir vorstellen eher immer mal wieder ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und zu spenden.


Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, dass ich ab und an mal etwas einkaufen und zur Tafel zu bringen. Ich hoffe ich kann mich selbst daran halten und das Thema gerät auch bei mir nicht so schnell wieder in Vergessenheit. Denn ist es nicht das, was eine gute Gesellschaft ausmachen sollte? Sich gegenseitig nicht zu vergessen? Ich habe bereits darüber nachgedacht, jetzt seit ihr an der Reihe.




S

 

8.11.14 00:19, kommentieren

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Kurze Erklärung der Kategorie

 

Hey,


der Name der Kategorie sagt quasi schon alles aus. Ich schreibe über Themen die mir so im alltäglichen aufgefallen sind und mich zum Nachdenken angeregt haben.


Ich hoffe, dass sie auch euch zum Nachdenken anregen.


Liebe Grüße

 


 

S

 

7.11.14 22:19, kommentieren